Geschichte des Flughafens Weeze

zuletzt aktualisiert am 14. 3. 2017

Zur Zeit des Kalten Krieges entschieden sich die NATO-Staaten, Westdeutschland und besonders das Rheinland zum "unsinkbaren Flugzeugträger" auszubauen. Die Royal Air Force (RAF) übernahm den Aufbau der militärischen Infrastruktur im nördlichen Rheinland. Zahlreiche militärische Fliegerhorste wurden errichtet, darunter Wildenrath, Brüggen und Geilenkirchen. Im Jahre 1953 begann der Bau des Flugplatzes Laarbruch. Dort gab es schon vor dem Krieg einen Flugplatz für Segelflieger.
 
Im November 1954 wurde der militärische Flugbetrieb aufgenommen. Mit wechselnder Besetzung waren durchschnittlich 3 RAF-Staffeln (mit jeweils rund 15 Flugzeugen) auf Laarbruch stationiert. Im Jahr 1983 erfolgte ein umfangreicher Ausbau der Flugplatz-Infrastruktur, so dass fortan 4 Staffeln mit über 60 Kampfjets unter optimalen Bedingungen auf Laarbruch beherbergt werden konnten. Mit der Stationierung der ersten Exemplare des seinerzeit hochmodernen Kampfbombers "Tornado" begann ein Generationswechsel. Neben RAF Brüggen war Laarbruch schließlich der am besten ausgerüstete NATO-Flugplatz der Royal Air Force in Deutschland, zumal alle Staffeln bis 1989 auf den "Tornado"-Kampfbomber umgerüstet wurden. Im Golfkrieg von 1991 war Laarbruch eine wichtige Drehscheibe der britischen Truppen; auf dem Flugplatz in Weeze herrschte rund um die Uhr Hochbetrieb. Die Tornado-Bomber wurden 1992 gegen "Harrier"-Senkrechtstarter und Hubschrauber ausgetauscht. Rund 2200 Soldaten arbeiteten auf Laarbruch. Mit ihren Familien wohnten rund 6000 Briten auf Laarbruch, in Goch und in der sogenannten "Engländersiedlung" in Weeze. Ihre Präsenz prägte die Region (Eine ausführliche Darstellung des militärischen Flugbetriebes der Royal Air Force Laarbruch von 1954 bis 1999 findet sich hier).

Vielfache Kontakte und Kooperationen auf allen Ebenen kennzeichneten das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Briten und ihren Gastgebern in Weeze sowie den angrenzenden Kommunen. Mit rund 600 deutschen Zivilangestellten zur besten Zeit war die RAF-Laarbruch nach eigenen Angaben (auf der inzwischen abgeschalteten Homepage der RAF Laarbruch) der größte Arbeitgeber im Umkreis von 40 km. Etwa 100 Mio. DM an Kaufkraft flossen nach Angaben der RAF Laarbruch Ende der 90er Jahre in die regionale Volkswirtschaft. Die damalige Weezer Bürgermeisterin Barbara Naus beziffert die Summe (im Weezer Jahrbuch 2009) sogar auf 200 Mio. DM.

Mit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes begann der Abzug der RAF aus Deutschland. Zunächst wurden zwei der vier britischen Flugplätze in Deutschland geschlossen, RAF Wildenrath und RAF Gütersloh. Weeze und Brüggen sollten als RAF-Stützpunkte aber (vorerst) erhalten bleiben. Die Harrier aus Gütersloh und eine Hubschrauberstaffel wurden daher 1992 nach Weeze verlegt, und es erfolgte ein letzter, umfangreicher Ausbau des Flughafens durch die Briten. Der Personalbestand auf RAF Laarbruch erreichte einen letzten Höchststand.

Vor dem Hintergrund der stabilen politischen Entwicklung, die die Präsenz der britischen Luftstreitkräfte in Deutschland zunehmend obsolet machte, wurde bereits im Jahr 1993 die "Flughafen Niederrhein GmbH" gegründet, die für den befürchteten Fall eines Abzuges der Briten eine zivile fliegerische Folgenutzung vorbereiten sollte. Die Entscheidung des Kreistages, den Flughafen bei einem Abzug zivil weiter zu betreiben, wurde von einer breiten Mehrheit der Parteien getragen. Die Befürchtungen um einen Abzug der Royal Air Force bestätigten sich schließlich im Jahr 1994, als die britische Regirung offiziell beschloss, auch den RAF-Standort Weeze zu schließen. Die Gemeinde Weeze richtete zwar eine Petition an das britische Unterhaus, die RAF nicht abzuziehen und stattdessen Brüggen zu schließen, doch der Entschluss stand fest: Laarbruch wird aufgegeben. Nur RAF Brüggen sollte vorerst erhalten bleiben; 1996 erfolgte aber auch für diesen letzten RAF-Flughafen auf deutschem Boden der Schließungsbefehl zum Jahr 2001, womit die lange Geschichte der RAF Germany ihr Ende finden sollte. Das Personal auf Laarbruch wurde ab 1994 schrittweise reduziert. Im Jahr 1997 verließ die Hubschrauberstaffel den Flughafen. Im Jahr 1998 fand ein letzter Tag der offenen Tür statt, mit dem sich die Briten von der Bevölkerung verabschiedeten. Im Mai 1999 verließen die letzten Jets den Flughafen und am 30. Juni wurde der Flugbetrieb ganz eingestellt. Am 30. November 1999 wurde das Gelände von der RAF an die deutschen Behörden übergeben, und der Bund als neuer Besitzer überlies das Gelände umgehend dem Kreis Kleve zur weiteren Verwendung. Die zivile Folgenutzung verzögerte sich, und so fiel der Flughafen in einen Dornröschenschlaf von fast zwei Jahren.



Im Jahr 2000 präsentierte sich der Flughafen als fast menschenleere Geisterstadt, obwohl sich der zivile Flugverkehr gemäß der ursprünglichen Planung der Flughafen Niederrhein GmbH (FN) nahtlos an den militärischen anschließen sollte. Der Übergang verzögerte sich und sollte am Ende zu einer Unterbrechung der Flugbewegungen von genau 3 Jahren und 10 Monaten führen (30. Juni 1999 bis 1. Mai 2003). Lediglich zwei Angestellte des Kreises waren in dieser Ruhephase vor Ort, um die komplett intakte Infrastruktur zu erhalten. Gelegentlich führte der Weezer Bürgermeister Francken Gruppenführungen für interessierte Bürger durch; dabei wurden die Pläne für die zivile Folgenutzung vorgestellt.

Im Jahr 2001 kaufte eine niederländische Investorengruppe um den Logistik-Unternehmer Heinz Van de Lande nach einem "Dornröschenschlaf" von rund zwei Jahren das Gelände vom Kreis Kleve (Hans van de Lande schied später aus; seiher ist der niederländische Immobilienkaufmann Herman Buurman der führende Investor). Der Kaufpreis betrug 22 Mio. DM (über 11 Mio. €). Die Einnahmen des Kreises aus diesem Geschäft stellten eine Kompensationsleistung des Bundes dar, der seinerseits auf das Gelände verzichtet hatte, um den Kreis Kleve bei dem nun notwendig gewordenen Transformationsprozess zu unterstützen. Das vormals militärisch strukturierte Projekt musste in eine zivile Folgenutzung überführt werden. Mit der Überlassung des durchaus wertvollen Geländes entzog sich der Bund der Verantwortung für eine Region, die Jahrzehnte lang in besonder Weise die Lasten der militärischen Landesverteidigung zu tragen hatte. In dem Maße, wie die Region von der Präsenz der alliierten Streitkräfte und der Kaufkraft ihrer Angehörigen profitierte, litt sie nun unter dem Abzug des britischen Militärs. Kaufkraft und Nachfrage brachen weg. Zwar gewährte das Land Nordrhein-Westfalen noch verschiedene einmalige Übergangshilfen, aber bald stand der Kreis mit der Konversion alleine in der Verantwortung. Bund und Land beteiligten sich nicht weiter an dem für die Region besonders wichtigen Konversionsprojekt. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Das Jahr 2002 war vom Umbau des Militärflugplatzes zum zivilen "Airport Niederrhein" geprägt. Zahlreiche Baumaßnahmen wurden durchgeführt, darunter der Umbau des ehemaligen Hangars Nr. 1 zum Terminal. Bei dem vormals militärisch genutzten Gebäude handelt es sich um einen ehemaligen Flugzeughangar, der 1936 im Bremer Hafengelände der Weserflug AG errichtet, 1954 abgebaut und in Laarbruch neu aufgestellt wurde. Die bis heute sichtbaren genieteten Stahlträger der Terminal-Halle erinnern an die bewegte Vergangenheit des Gebäudes; beim Umbau wurde besonderes Augenmerk darauf gelegt, die historisch wertvolle Stahlträger-Nietkonstruktion des Gebäudes gut sichtbar zu erhalten. Gleichzeitig wurden die Straßen erneuert, Zufahrten angelegt und zahlreiche andere Gebäude für die zivile Nutzung umgebaut.

Am 1. Mai 2003 fand die Aufnahme des zivilen Flugbetriebes durch die irische Gesellschaft "Ryanair" statt; passender Weise ging diese erste regelmäßige Verbindung nach England. Bis zum Spätsommer mussten die drei täglichen Flüge noch in einem provisorischen Terminal abgefertigt werden, der ehemaligen Flugzeughalle 4, da der Umbau des Haupt-Terminals nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte. Im Herbst 2003 ging dann die in Weeze beheimatete neue Fluglinie "VBird" mit großem Elan an den Start. Die VBird-Flugzeuge blieben anfangs jedoch erschreckend leer. Die Hoffnung war dennoch groß, dass VBird zu einem tragenden Pfeiler des Flughafens Weeze heranreifen könnte. Ryanair als zweiter Anbieter am Niederrhein begnügte sich daher auch mit zwei bis drei täglichen Verbindungen nach London. Am 6. Dezember 2003 wurde von Befürwortern des Flughafens die Bürgerinitiative "pro:niederrhein" begründet und kurz danach die Homepage freigeschaltet.

Im Mai 2004 beging der Flughafen mit einem großen Fest seinen ersten Jahrestag der Aufnahme des zivilen Flugbetriebs. Eine Ausstellung, eine Flugshow und eine große Kirmes lockten Menschenmassen nach Weeze. 80.000 Gäste besuchten den Flughafen am Festwochenende. VBird konnte sich aber trotz zuletzt guter Nutzerzahlen nicht behaupten und ging im Oktober 2004 in Insolvenz. Auf dem "Flughafen Niederrhein", der nach einigen fehlgeschlagenen Experimenten um einen alternativen Namen ("Düsseldorf-Weeze", "Düsseldorf Prefecture Weeze") seither als "Airport Weeze" bezeichnet wird, wurde es wieder recht still. Lediglich Ryanair bediente noch einige wenige Strecken ab Weeze (London, Glasgow). Sorgen machten sich breit, wie es weiter gehen sollte.

Im Jahre 2005 konnte der zweite Jahrestag des Flughafens gefeiert werden. Wieder gab es ein großes Fest, zu dem erneut zahlreiche Besucher kamen. Im fliegerischen Bereich tat sich zunächst aber nur wenig. Immerhin kamen einige neue Ryanair-Destinationen hinzu (Rom, Girona). Im Herbst 2005 gab dann der damals größte Ferienflieger des Landes, "Hapagfly" (später in "TUIfly" umbenannt), seinen Einstieg in Weeze bekannt. Ferner wollte der Charterflieger "Hamburg International" von Laarbruch starten. Ein Run auf die Tickets setzte ein. Der Flughafen Weeze schien den Durchbruch geschafft zu haben.

Am 3.1.2006 platzte dann die nächste "Bombe", die dem Flughafen erneut schwer zu Schaffen machte: Das Oberverwaltungsgericht (OVG) des Landes NRW in Münster entzog dem Flughafen völlig überraschend die flugrechtliche Genehmigung und versetzte dem Airport nach der VBird-Pleite 2004 den nächsten schweren Schlag. Nur einen Rechts-Beschwerde und die damit verbundene aufschiebende Wirkung gegen das Urteil verhinderte die Rechtswirksamkeit und eine drohende Schließung des Flughafens, dessen Existenz nun am "seidenen Faden" hing. "TUIfly" und "Hamburg International" nahmen daher ihren Einstieg in Weeze zurück. Auch einige andere Airlines (insbesondere Charter-Anbieter) zogen sich zurück. Lediglich Ryanair flog weiter regelmäßig ab Weeze. Die klagenden Flughafengegner waren überzeugt, ihrem Ziel, der endgültigen Schließung des Flughafens, sehr nahe gekommen zu sein. Die Stimmung der Mitarbeiter und Flughafenfreunde war auf dem Tiefpunkt; man rechnete mit dem Schlimmsten. Heftige Proteste, Petitionen und Aufrufe der Belegschaft folgten dem Urteil, unterstützt von den Airport-freundlichen Parteien CDU, SPD und FDP. Eine spontan organisierte Unterschriftenaktion der Flughafenfeuerwehr und der Aktionsgemeinschaft "pro:niederrhein" brachte innerhalb weniger Tage fast 20.000 Unterschriften zusammen und signalisierte der Politik, dass die Bevölkerung der Region mehrheitlich hinter der Weiterführung des Projektes steht. Die erfolgreiche Unterschriftenaktion war so beeindruckend, dass die Bezirksregierung Düsseldorf als zuständige Behörde sogar in der überarbeiteten Betriebsgenehmigung darauf Bezug genommen hat. 

Im Februar 2007 kam die überraschende Wende: Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig gab der Rechts-Beschwerde statt und begann mit der eingehenden Prüfung des Münsteraner Urteils. Damit war klar, dass das die juristische Auseinandersetzung um die flugrechtlichen Genehmigung in eine neue Runde geht und das Ende wieder offen war. Änderungen zu Gunsten des Flughafens lagen damit wieder im Bereich des Möglichen. Nicht zuletzt aufgrund dieser deutlich besseren Rechtslage (Zulassung der Revision, s. o.) dürfte die irische Fluggesellschaft Ryanair im Februar 2007 bekannt gegeben haben, Weeze zu ihrer dritten Basis in Deutschland auszubauen. Im Juni 2007 hat die irische Fluglinie die ersten zwei Maschinen auf Laarbruch stationiert, weitere zwei folgten im Oktober 2007. Im Sommer 2007 startete zudem der Charter-Carrier "Hamburg International" (HHI) eine Verbindung nach Erbil/Irak, und die Verbindung war so erfolgreich, dass ein verstärktes Engagement von HHI möglich schien. Viele der britischen Soldaten waren am Niederrhein heimisch geworden, hatten Deutsche geheiratet und Familien gegründet. Um das gute Verhältnis und die einzigartige Situation um RAF Laarbruch zu dokumentieren, reifte bei Briten und Deutschen der Plan, ein Museum einzurichten, das die Geschichte des britischen Militärflughafens RAF Laarbruch (1954-1999) dokumentiert. Im Jahr 2007 war es so weit. Zur feierlichen Eröffnung des Museums erschien eine Delegation der Royal Air Force, die den Flughafen bis 1999 über 45 Jahre genutzt hatte.

Im Juli 2008 wurde die Aufstockung der Ryanair-Basis Weeze auf insgesamt 6 Jets bekannt gegeben. Eine Reihe neuer Ziele wurde damit angeflogen (bis 2010 wurden sogar 9 Ryanair-Maschinen in Weeze stationiert). Für 2008 wurde mit 2 Mio. Passagieren gerechnet. Seinerzeit hatten auch andere Fluggesellschaften ihr Engagement ab Weeze bekannt gegeben, darunter auch solche, die Frachtflug betreiben; während den Ankündigungen im Bereich Frachtflug nur kurzzeitig Taten folgten und sich keine dauerhafte Verbindung etablieren konnte, boomte das Chartergeschäft umso mehr. Ab 2008 verstärkte "Hamburg International" (HHI) sein Engagement durch eine regelmäßige Verbindung nach Mallorca und weitere Strecken. Vor dem Hintergrund dieser erfreulichen Perspektiven konnte der Flughafen im Mai 2008 sein fünfjähriges Bestehen als ziviler Flughafen feiern; eine große Flugshow mit vielen Gästen rundete das gelungene Programm, zu dem auch alte Freunde erschienen: Die vormals in Laarbruch beheimatete Royal Air Force kam mit einigen historischen Oldtimern und 5 modernen Jets nach Weeze, darunter 4 "Harrier", die bis 1999 in Laarbruch stationiert waren. Es war bereits das dritte Flughafenfest des jungen Airports. Am 16. Oktober 2008 errang der Airport im laufenden juristischen Verfahren um die flugrechtliche Genehmigung einen wichtigen Etappensieg. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verwarf das Urteil der Vorinstanz, gab das Verfahren aber zur Neuverhandlung an das OVG Münster zurück, verbunden mit der nur mäßig verklausulierten Mahnung, zu "prüfen", ob die Mängel der flugrechtlichen Genehmigung durch eine "ergänzende Regelung" behoben werden können. Das Verfahren wurde deswegen in Münster wieder neu aufgerollt, und die Bezirksregierung und der Airport hatten nun die Möglichkeit, die vom OVG benannten Mängel der Genehmigung nachträglich zu beheben (s. u.). Die Neuauflage des Gerichtsverfahrens vor dem OVG stand seither unter einem "guten Stern". Belegschaft und Investoren atmeten auf; der drohende Entzug der Genehmigung war abgewendet, auch wenn noch nicht klar war, wie eine endgültige Lösung aussehen würde. Mit schmerzhaften Einschränkungen, etwa bei den Betriebszeiten, war zu rechnen.

Zu Beginn des Jahres 2009 konnte sich der Flughafen Weeze im Hinblick auf die Zahl der beförderten Passagiere auf Platz Nr. 3 in NRW vorschieben; dieser Platz wurde trotz einiger Rückschläge auch in den folgenden Jahren behauptet (vor den Flughäfen Dortmund, Münster/Osnabrück und Paderborn/Lippstadt). 2009 war Weeze der einzige Flughafen in Deutschland, der noch nennenswertes Wachstum aufzuweisen hatte; das Passagieraufkommen sollte 2009 um ca. 50 Prozent zunehmen, und Weeze erreichte im Mai 2009 bereits Platz 13 unter den Flughäfen in ganz Deutschland. Seit Mai 2009 hatte HHI sogar eine Maschine des Typs A 319 in Weeze stationiert, womit der Flughafen nach Ryanair seinen zweiten "Home Carrier" begrüßen konnte. HHI flog fortan zahlreiche Ziele in Europa und angrenzende Länder an, darunter Griechenland, Türkei und Ägypten. Im Frühjahr 2009 überschlugen sich die Ereignisse im Bereich der juristischen Auseinandersetzungen noch einmal. Zunächst signalisierte das OVG, dass es von der zuständigen Behörde eine Einschränkung der Betriebszeiten erwartet. Dem entsprach die Bezirksregierung mit einer kurzfristigen Anordnung zur Reduzierung der Flugzeiten (05:30 Uhr bis 23:30/24:00 Uhr). Da dies jedoch nicht mit der Veröffentlichung einer überarbeiteten Betriebsgenehmigung einher ging, reagierte das Gericht mit einer einstweiligen Anordnung, der zu Folge die Betriebszeiten noch stärker reduziert werden mussten (auf 06:00-22:00/23:00 Uhr). Ryanair drohte daraufhin, die Basis in Weeze zu schließen. Erneut machten sich Sorgen breit, der Flughafen könne juristisch in die Knie gezwungen werden. Mitarbeiter und Freunde des Airports machten erneut mobil. Einen Tag vor Inkrafttreten der Anordnung des OVG legte die Bezirksregierung Düsseldorf am 1. Mai 2009 jedoch die lange erwartete geänderte Betriebsgenehmigung vor. Dadurch wurde die Anordnung des Gerichts in buchstäblich letzter Minute hinfällig. Die überarbeitete Betriebsgenehmigung kompensiert die Mängel der beanstandeten ursprünglichen Genehmigung und orientiert sich strikt an den Vorgaben des Bundesverwaltungsgerichts. Flüge dürfen seither nur noch zwischen 06:00 und 22:00 Uhr uneingeschränkt durchgeführt werden. Maschinen von Airlines, die in Weeze eine Basis haben, dürfen abweichend davon noch bis 23:00 starten und bis 23:30 Uhr landen, bei Verspätung bis 24:00 Uhr. Ausnahmen für Landungen nach 24:00 Uhr sind seither, wie an anderen Flughäfen, nur mit Sondergenehmigung möglich, die schriftlich eingereicht und begründet sein muss. Ryanair verkündete nach dieser neuen Wende den Verbleib in Weeze. Mit der Einschränkungen der Betriebszeiten wurde der Weg zu einer außergerichtlichen Einigung geebnet. Wegen der strikten Orientierung an dem richtungsweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom Oktober 2008 mussten auch die letzten Flughafengegner davon ausgehen, dass die am 1. Mai 2009 vorgelegte neue Betriebsgenehmigung vor dem OVG in Münster Bestand haben würde; der Einigungsdruck war entsprechend hoch. Der erste Vergleich konnte noch im Mai 2009 mit 5 von 10 Klägern erzielt wurde; nach eigener Aussage handelt es sich dabei um die "Schwerstgeschädigten", da sie in der geringsten Entfernung zum Flughafen wohnen. Gegen erhebliche finanzielle Abfindung stiegen diese Kläger aus dem Verfahren aus; damit verlor der Verein der Flughafengegner die Speerspitze der Bewegung. Auch die verbliebenen Hardliner im Verein "Stopp-Laarbruch" zeigten danach Gesprächsbereitschaft. Am 13. August 2009 einigten sich die verbliebenen Kläger aus dem Umfeld des Vereins "Stopp-Laarbruch" mit dem Flughafen. Gegen eine Entschädigung von 5000,- € pro betroffenem Vereinsmitglied wurde die Klage zurückgezogen. Nun erhielt nur noch die Gemeinde Bergen (NL) ihre Klage aufrecht, und ein Ende des Verfahrens rückte in greifbare Nähe.

Das Jahr 2010 brachte auch auf der Angebotsseite zunächst weitere Fortschritte. Der niederländische Anbieter XL-Airways steuerte ab Sommer 2010 eine Reihe neuer Ziele für den Veranstalter "sunweb.de" ab Weeze an; der Standort Weeze war für die Niederländer attraktiv geworden, weil eine in den Niederlanden eingeführte Lutverkehrssteuer, die sogenannte "Eco-Tax", das dortige Geschäft schwer belastete. Mit XL-Airways etabliert sich der dritte "Home-Carrier" am Flughafen. Das bedeutet, dass eine solche Airline mindestens einen ihrer Jets von Weeze aus operieren und am Niederrhein übernachten lässt; in der Nacht (zwischen 24:00 und 6:00 Uhr) werden die üblichen Wartungsarbeiten durchgeführt, so dass diese "Base-Carrier" auch technisches Personal vorhalten müssen. Solche Fluggesellschaften haben das Recht, den Airport auch in der Zeit zwischen 22:00 und 24:00 Uhr anzufliegen. Im Jahre 2010 waren dies Ryanair, Hamburg International und die niederländische Airline XL-Airways. Andere Gesellschaften dürfen Weeze nur zwischen 6:00 und 22:00 Uhr anfliegen. 2010 nahm auch der Osteuropa-Spezialist Wizzair einige Verbindungen nach Weeze auf (erst nach Budapest, dann auch nach Bukarest und Kluj-Napoca), die jedoch in Konkurrenz zu den bereits etablierten Wizzair-Linien ab Eindhoven und Dortmund standen; es bestand ein Überangebot, und die Auslastung blieb folglich hinter den Erwartungen zurück, Die Wizzair-Verbindungen ab Weeze wurden daher bis 2011 wieder eingestellt. Die Strecke Weeze-Budapest wurde kurz darauf von Ryanair bedient. Ein weiterer Gewinn war, dass Air Berlin auf Veranlassung des Veranstalters "Alltours" erstmals von Weeze abheben sollte, und zwar mit einer sommerlichen Verbindung nach Mallorca, die auch in den Folgejahren wieder aufgelegt wurde. Auch der jahrelange Rechtstreit um die flugrechtliche Betriebsgenehmigung kam im Frühjahr zu einem glücklichen Ende: Eine außergerichtliche Einigung mit der letzten Klägerin, der Gemeinde Bergen (NL), führte dazu, dass die niederländischen Nachbarn ihre Klage zurück zugen, und das Verfahren wurde endgültig eingestellt. Die Bürgerinnen und Bürger der niederländischen Nachbargemeinde bekamen im Gegenzug für die Klagerücknahme vom Flughafen wirksamen Lärmschutz für ihre Immobilien finanziert. Dies betraf 1300 Häuser; bezeichnender Weise verzichteten zahlreiche Berechtigte auf den kostenlosen Lärmschutz-Umbau ihrer Immobilien. Über mehr als eine Dekade hatte sich die juristische Auseinandersetzung um die rechtssichere Betriebsgenehmigung hingezogen. Seit dem überraschenden, später revidierten Urteil vom 3.1.2006 hing zudem das Damoklesschwert der Schließung über dem Projekt. Dies schädigte nicht nur das Geschäft über viele Jahre, es versetzte auch die Belegschaft in große Sorge um ihren Arbeitsplatz, und alle Investoren mussten um ihren Einsatz bangen. Umso erleichterter war man am Flughafen, als das juristische Tauziehen im Mai 2010 endgültig beendet werden konnte. Nun konnten sogar Pläne für den Ausbau der inzwischen weitgehend ausgelasteten Flugzeug-Stellflächen geschmiedet werden. Die Aussichten für den Flughafen waren zur Jahresmitt glänzend, und das Jahre 2010 sollte mit 2,8 Mio. beförderten Fluggästen auch einen neuen Passagierrekord bringen. Bald zogen jedoch wieder dunkle Wolken auf. Das zweite Halbjahr 2010 brachte schwere Rückschläge für den Flughafen. Zunächst musste der Homecarrier "Hamburg International" den Flugbetrieb einstellen und ging in die Insolvenz. Dann verhagelte die in Deutschland neu eingeführte, höchst umstrittene Luftverkehrssteuer dem Flughafen das Geschäft: Der gerade erst gewonnene Homecarrier XL-Airways verkündete als Reaktion auf die neue Steuer die Aufgabe der erst kurz vorher eingerichteten Basis in Weeze und gab ein stark reduziertes Programm für das Folgejahr bekannt. Der niederländische Ferienflieger kündigte an, die abgezogene Maschine wieder nach Amsterdam zu verlegen, denn in den Niederlanden war eine vergleichbare Luftverkehrsabgabe gerade erst wieder abgeschafft worden, nachdem sie sich dort als stark geschäftsschädigend erwiesen hatte. Zahlreiche Fluggäste und Fluglinien waren wegen der niederländischen "Eco-Tax" in das benachbarte Deutschland ausgewichen. Nun sollte der Effekt in umgekehrter Richtung stattfinden, diesmal zum Schaden des Flughafens Weeze. Ryanair kündigte sofort an, sein Programm wegen der angekündigten deutschen Flugsteuer ebenfalls erheblich zu kürzen; zwei von neun in Weeze stationierten Ryanair-Jets sollten in der nächsten Sommersaison nicht mehr ab Weeze starten. Die beliebten innerdeutschen Flüge nach Berlin und eine Reihe anderer Verbindungen sollten dadurch ganz weg fallen.

Das Jahr 2011 begann unter deutlich schlechteren Vorzeichen, nachdem im Vorjahr mit 2,8 Mio. beförderten Fluggästen noch ein Rekordjahr verzeichnet werden konnte. 2011 musste der Flughafen nicht nur den Verlust zweier Homecarrier verkraften, sondern auch das reduzierte Programm des Hauptkunden Ryanair. Die Nutzerzahlen gingen deswegen von 2,8 auf 2,4 Mio. zurück. Mit den neben Ryanair ab Weeze operierenden Fluggesellschaften Air Berlin, XL Airways Germany, transavia.com, Koral Blue Airlines, SunExpress, Sky Airlines, Corendon Airlines und Wizz Air war Weeze für 2011 aber immer noch gut aufgestellt; nicht zuletzt deswegen konnte Platz 3 unter den Flughäfen in NRW verteidigt werden. Im nichtfliegerischen Bereich machte der in einem bisher ungenutzten Teil des nördlichen Flughafengeländes eingerichtete Solarpark bundesweit Schlagzeilen; die Ende 2011 in Betrieb genommene Solaranlage war die seinerzeit größte ihrer Art in Nordrhein-Westfalen. Dies warf ein Licht auf eine Entwicklung, die bisher weitgehend unbeachtet geblieben war, nämlich die überaus erfolgreiche Ansiedlung mehr oder weniger "flughafenaffiner" Betriebe auf dem Airport-Gelände. Viele der lange leer stehenden Gebäude aus Zeiten der Royal Air Force sind inzwischen renoviert und wieder in Nutzung. Die Gewerbeansiedlung als Zusatzgeschäft zum fliegerischen Bereich ist eine Erfolgsgeschichte des Flughafens, die von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt geblieben ist, inzwischen aber wesentlich zum Gesamtergebnis des Projektes beiträgt.

Im Jahr 2012 gingen die Passagierzahlen auf 2,2 Mio. beförderte Personen zurück. Zum Jahresende gab es dann aber wieder positive Meldungen, die deutliche Zuwächse in 2013 vorprogrammierten: Zum Winter 2012/13 stationierte der niederländische Anbieter Transavia einen Jet in Weeze, der von dort Ziele in Spanien ansteuerte. Ryanair verkündete derweil eine Wiederaufstockung seines Programms zum Sommer 2013. Mit acht neuen Routen und dann wieder neun stationierten Ryanair-Jets, die bereits in den Osterferien starten sowie den Touristikflügen der airberlin, Transavia, Sky Airlines und Tailwind erwartet der Flughafen zum Ende des Jahres 2013 mit rund 2,4 Mio. Passagieren ein positives Jahresergebnis. Im Herbst 2012 wurde darüber hinaus die Landebahn des Flughafens grundlegend saniert. Zum Jahresende wurde ferner bekannt, dass der Kreis Kleve knapp 2% der Geschäftsanteile vom Flughafenbetreiber übernimmt. Diese Übertragung wurde fällig, da der Betreiber vereinbarte Rückzahlungen von Altschulden aus einem älteren Kredit des Kreises vorerst nicht leisten konnte; als Ersatz für die nichtgeleisteten Zahlungen stehen dem Kreis Airportanteile in entsprechendem Wert zu.

Im Jahr 2013 stiegen die Passagierzahlen auf insgesamt 2.488.956 Fluggäste. Dies entspricht einem Zuwachs von 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Mit dieser Steigerungsrate war der niederrheinische Flughafen 2013 Jahr Spitzenreiter unter den Top 20 der deutschen Airports. Die beliebtesten Ziele des Jahres waren London, Mallorca und Malaga. Deutlich über 100.000 Urlauber und Geschäftsreisende wurden auch auf den Verbindungen nach Katalonien (Girona), Alicante und Mailand gezählt. Verursacher der Steigerung der Passagierzahlen war der Hauptkunde Ryanair; die Iren hatten im Sommer wieder 9 Jets in Weeze stationiert. Grund zum Feiern war das 10-jährige Flughafenjubiläum, das im Mai mit einem zweitägigen Airport-Fest begangen wurde. Es war bereits das 4. Fest seiner Art. Im Bereich Charter musste der Flughafen allerdings Rückschläge verkraften. Im Herbst 2013 stellte Airberlin die im Auftrag von Alltours während der Sommersaison geflogene Verbindung nach Mallorca ein. Auch die Flüge von Sky nach Antalya sollen in der Sommersaison 2014 nicht wieder aufgenommen werden. Positiv zu vermerken war die Inbetriebnahme des Flughafenhotels neben dem Royal Officers Club, das im Herbst 2013 seine Pforten öffnete. Die Aussichten für 2014 waren aber wieder deutlich trüber: Gründe waren die Beibehaltung der wettbewerbsverzerrenden Ticketsteuer in Deutschland, die schwache Konjunktur in den Niederlanden und ein immer deutlicher werdender Flugzeugmangel bei Ryanair. Ende des Jahres zeichete es sich bereits ab, dass die Iren das Programm ab Weeze würden kürzen müssten, um andere, zentrale Flughäfen bedienen zu können, die von der irischen Fluglinie neu angeflogen werden sollten. Ryanair war im Begriff, das Angebot an anderen Flughäfen deutlich zu erweitern. Neben den dezentralen Flughäfen, die bisher vorrangig angeflogen wurden, sollten künftig auch die großen Metropolen ins Programm genommen werden, um den etablierten Airlines Marktanteile abzujagen. Dunkle Wolken zogen auf.

Das Jahr 2014 begann für den Flughafen Weeze unter deutlich erschwerten Bedingungen. Im Januar kündigte Europas größte Fluglinie offiziell an, in Weeze - angeblich vorübergehend - kürzer treten zu müssen. Wegen Flugzeugmangels musste Ryanair für die Sommersaison 3 von 9 in Weeze stationierten Jets abziehen. Hintergrund war der, dass die irische Fluglinie ihre Flotte 2014 um einige ältere Flugzeuge reduzierte, aber vorerst keinen Ersatz erhielt. Die erste Großserienlieferung war im Jahr 2013 ausgelaufen, und die Bestellung einer weiteren Tranche von insgesamt 280 Boeing 737 (mit einer Kaufoption auf weitere 100 Jets) sollte erst im Herbst anlaufen und sich über Jahre erstrecken. Da die irische Fluggesellschaft jedoch an zentraleren Flughäfen wie Athen, Lissabon oder Brüssel neu in den Markt eingestiegen war, musste das Angebot an zahlreichen anderen Standorten gekürzt werden, so auch in Weeze. Das Programm am Niederrhein wurde von 58 auf 40 Strecken reduziert. Kleinere Änderungen erfolgten im Verlauf des Jahres. Erschwerend kam hinzu, dass auch der Charterverkehr stark rückläufig war. Die von Alltours gecharterten Verkehre mit Airberlin nach Mallorca wurden nicht mehr aufgenommen, und auch die Flüge in die Türkei wurden eingestellt. Hier wirkten sich sehr ungünstige Flugzeiten negativ aus. Der Flughafen war daher gezwungen, das Geschäftsmodell wieder auf geringere Umsätze umzustellen. Es war zu erwarten, dass die Zahl der Passagiere wieder auf den Stand von 2009 zurück gehen würde (knapp 2 Mio. Fluggäste). Dementsprechend musste der Flughafen sparen, nicht zuletzt beim Personal der Subunternehmer. Um den aus dem Rückgang resultierenden Liquiditätsengpass zu überbrücken, musste sich der Airport von einem Filtestück aus seinem Portfolio trennen: Dem Kreis Kleve wurde für 3,5 Millionen Euro der Kauf eines 50 Hektar großen, wertvollen Geländes angeboten; dort befindet sich die größte Solaranlage des Landes. Der externe Betreiber der Solaranlage zahlt dem Besitzer jährlich 200.000 Euro Pacht. Bis 2032 sind die Einnahmen des Pächters für den auf dem Gelände erzeugten "Ökostrom" durch das "Erneuerbare Energien Gesetz" (EEG) zu einem sehr hohen Festpreis garantiert, und damit auch die Einnahmen. Der Kreises stimmte dem lukrativen Geschäft im April mit großer Mehrheit zu. Im Juli gab es auch wieder gute Nachrichten. Nach Abschluss einer neun Jahre dauernden Prüfung gab die EU-Kommission in Brüssel bekannt, dass die Finanzierung des Airport Weeze vollständig den EU-Vorschriften entspricht und somit zu keiner Zeit eine unzulässige Subventionierung durch den Kreis Kleve stattgefunden hat. Das durch den Kreis politisch und durch einen Kredit unterstützte Geschäftsmodell wurde damit endgültig für zulässig erklärt und den Kritikern somit eine finale, vollständige Abfuhr erteilt. Im November gab die Landesregierung bekannt, eine Aufwertung des Flughafens im Landesentwicklungsplan vornehmen zu wollen; Weeze würde dann nicht mehr als nachrangiger regionaler Verkehrsflughafen bewertet, sondern neben Düsseldorf und Köln/Bonn als überregional bedeutend für das Land. Am Jahresende wurde Bilanz gezogen: Den Airport Weeze nutzten 2014 insgesamt 1.809.005 Passagiere; damit verzeichnete der Flughafen im Vergleich zu 2013 einen Rückgang um 27,4 Prozent. Den in Bezug auf die Nutzerzahlen mehrere Jahre gehaltenen dritten Rang in Nordrhein-Westfalen musste Weeze somit an den Flughafen Dortmund abtreten. Im Gegensatz zur Verkehrsentwicklung hatte sich das betriebswirtschaftliche Ergebnis nach Angaben des Flughafens in 2014 jedoch deutlich positiv entwickelt; das bereinigte operative Ergebnis habe sich um mehr als 30 Prozent verbessert. Unter dem Strich stehe ein Gewinn von 200.000 Euro. Mittelfristig erwartet das Management zwei bis zweieinhalb Millionen Jahrespassagiere. Für das Jahr 2015 erwartet der Flughafen eine Verkehrsentwicklung wie auch ein betriebswirtschaftliches Ergebnis auf Vorjahresniveau.

Das Jahr 2015 brachte für den Flughafen wieder eine leichte Verbesserung der relevanten Zahlen. Das Ryanair-Angebot blieb mit 6 stationierten Jets und 42 Zielen zwar weitestgehend konstant, aber dank besserer Auslastung verzeichnete der Flughafen beim Passagieraufkommen ein Plus von 5,2 Prozent und damit rund 100.000 Fluggäste mehr als im Vorjahr. Mit 1.908.000 abgefertigten Passagieren konnte sich der Flughafen Weeze 2015 wieder knapp vor die Konkurrenz aus Dortmund schieben und den im Vorjahr eingebüßten Platz 3 unter den 6 internationalen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen zurück erobern. Neue Airlines konnte der Flughafen zwar nicht akquirieren, dafür aber mit "Alltours" einen renomierten Anbieter für Pauschalreisen gewinnen. In Zusammenarbeit mit der Airline Ryanar wurde eine umfangreiches Programm für Pauschalurlaube ab Weeze etabliert, das am Markt gut angenommen wurde und bis Jahresende stetig wachsen konnte. Im fliegerischen Bereich hat das Jahr 2015 im Vergleich zu den turbulenten Vorjahren insgesamt aber nur wenig Neues gebracht. Anders verlief das Jahr bei der Nutzung der Immobilien; auf diesem Geschäftsfeld konnte der Flughafen Dank guter Vermarktung der Bestandsimmobilien erheblich zulegen. Neben der weiter ausgebauten gewerblichen Nutzung wurde der Flughafen im Laufe des Jahres immer umfangreicher für die Unterbringung von Asylsuchenden genutzt, die zunächst in den ehemaligen Mannschaftsunterkünften auf dem Flughafen-Gelände untergebracht wurden. Im September wurde bekannt, dass die Bezirksregierung Düsseldorf die Kapazitäten der Flüchtlingsunterkünfte auf dem Weezer Airportgelände drastisch erweitern wollte. Übergangsweise wurden bis zu 1.000 Flüchtlinge in der Eventhalle im nördlichen Teil des Flughafens untergebracht. Gleichzeitig wurde mit den Bauarbeiten an einem zentralen Durchgangslager für bis zu 800 Asylsuchende im Südteil des Geländes begonnen. Der von Ryanair bekannt gegebene Sommerflugplan für 2016 stellte wieder ein stabiles Angebot mit weiterhin 42 Destinationen in Aussicht. Gegen Jahresende gab der Flughafen schließlich bekannt, im Jahr 2015 einen Gewinn von über einer Million Euro zu erwarten.

Im Jahr 2016 wurde bekannt gegeben, dass der Airport im Geschäftsjahr 2015 insgesamt 2,3 Mio. Euro Gewinn erwirtschaftet hat. Zu Jahresbeginn gab es einen Wechsel bei der Sicherheitskontrolle; die Agello Aviation Service GmbH übernahm die Aufgaben der insolventen Vorgängerin. Ebenfalls im Frühjahr kürte die "Welt" den Airport Weeze zum "pünktlichsten Flughafen" Deutschlands. Weiter wurde bekannt, dass sich die Zahl der Übernachtungen am Niederrhein seit Beginn des zivilen Flugbetriebes in Weeze um ein Mehrfaches gesteigert hat. Im Mai wurde die provisorische Unterbringung von Asylbewerbern in der Eventhalle im Nordbereich beendet, während die zentrale Aufnahmeeinrichtung (Durchgangslager) im Südteil des Flughafens fertiggestellt und in Betrieb genommen wurde. Fortan war dort eine größere Zahl von Flüchtlingen untergebracht; bis Jahresende war deren Zahl allerdings stark rückläufig. Für den Flughafen entwickelte sich die Unterbringung der Asylbewerber zu einem einträglichen Geschäft. Der Sommerflugplan brachte wenig Neues. Einige Ziele kamen hinzu, einige wurden gestrichen, und insgesamt blieb das Angebot für 2016 gegenüber 2015 weitestgehend stabil. Knapp 2 Mio. Passagiere flogen 2016 schließlich von/nach Weeze. Gegen den neuen Landesentwicklungsplan (LEP), dem zufolge der Airport Weeze in Nordrhein-Westfalen weiterhin nur regionalbedeutsam sein soll, regte sich erheblicher Widerstand; der Flughafen gab schließlich bekannt, sich bei der europäischen Kommission in Brüssel über die daraus resultierende Benachteiligung offiziell zu beschweren. Im Sommer wurden auf Parkplatz P2 insgesamt 1350 Stellplätze überdacht, umzäunt und mit einer Solaranlage versehen. Im Juli fand zum zweiten Mal das Parookaville-Festival mit 50.000 Besuchern statt (nach 25.000 in 2015) und wurde erneut zu einem großen Erfolg. Kurz darauf waren die 80.000 Karten für das Festival 2017 verkauft; die bekanntesten DJ's der Szene kündigten sich für das Jahr 2017 an. Im Dezember kam schließlich der Durchbruch bei der Lösung der Altschuldenfrage; in den Jahren 2004 bis 2006 hatte der Kreis Kleve dem Flughafen Kredite über 26,8 Mio. Euro für Investitionen in die Infrastruktur gewährt, die nicht zurück gezahlt wurden. Der Kreistag bewilligte kurz vor Weihnachten die Gründung einer sogenannten "Stillen Gesellschaft". Durch Umwandlung der Altschulden in neue Anteile wurde der Kreis Kleve mit rund 25% Teilhaber am Airport Weeze. An Zinsen für die Altkredite waren bis 2016 zusätzlich etwa 7,5 Mio Euro angefallen, von denen der Flughafen gegen Jahresende 3,5 Mio. Euro an die kommunalen Gläubiger zurückgezahlt hat. Für die restlichen 4 Mio. Euro Schulden beim Kreis konnte ein neuer Kredit vereinbart werden; damit wurde die Altschuldenfrage endgültig gelöst und der Flughafen bleibt somit zu drei Vierteln in privater Hand.

Weitere Links zur Geschichte des Flughafens Weeze:

Eine schöne Zusammenfassung der Geschichte der RAF Laarbruch, reich bebildert und kommentiert, findet sich auf der Website unserer niederländischen Partner:
Niederrhein Aviation Society

Weitere Details zu den in Laarbruch stationierten Jets der RAF:
Liste der auf Laarbruch stationierten Squadrons 1954 bis 1999

Die Geschichte der RAF Laarbruch wird seit der Eröffnung im Jahre 2007 in einem Museum auf dem Airportgelände dokumentiert. Die Website des Museums findet sich hier:
Laarbruch-Museum